Tamara Könen - Pia Greschner

Tamara Könen - Pia Greschner

2009

 

 

Pia Greschner creates visions out of everyday situations that suddenly seem claustrophobic and ominous. In front oft he world´s largest botanical collection, Kew Gardens in London, laid out as a reconstruction of the Garden of Eden, three Asian women – a group of two and a single woman – move in different directions away from the buildings in the background The glass temple looks like a spaceship that has landed on a green meadow, the sky is brilliant blue, and the digital color scheme is exaggerated, which leads to a sense of disturbing artificiality. The figures seem to float as they move along in slow motion. Their unhurried pace recalls the slow movements of weightless astronauts on the moon. Like an imitation of paradise, oscillating between reality and fiction, nature and artificiality, Greschner´s video images also lie between dream and hallucination. In addition, the digitally created sound underscores the surrealistic feeling, which intensifies the visual experience. Greschner´s theme is the connection between the individual and architecture, the city, and / or nature. Altering the images on the computer leads to a different perception of everyday scenes. While time seems to stand still, the contexts of space and time lose meaning, so that the images are ultimately focused on the present, the moment. Narration is excluded in favour of a transcendental experience, which allows us to perceive our environment in new contexts and takes viewers to another dimension. In this way, these poetic images permit us to see things that we miss in the chaos of everyday life, and can provide insight into other levels of consciousness.

 

 

Aus alltäglichen Situationen schafft die Künstlerin Visionen, die plötzlich beklemmend und Unheil verkündend wirken. Vor der weltweit größten botanischen Sammlung, dem „Kew Garden“ in London, welche als Rekonstruktion des Paradieses angelegt wurde, befinden sich drei asiatische Frauen, die sich als Zweiergruppe und als Einzelperson jeweils vor dem im Hintergrund befindlichen Gebäude in verschiedene Richtungen bewegen. Der Glastempel erscheint wie ein auf der grünen Wiese gelandetes Raumschiff, der Himmel ist leuchtend blau und die digitale Farbigkeit scheint überzeichnet, was zu einer irritierenden Künstlichkeit führt. Die Figuren bewegen sich langsam, in slow motion und scheinen zu schweben. Der Gang der Frauen erinnert an die Langsamkeit von Astronauten auf dem Mond in vollkommener Schwerelosigkeit. Ebenso, wie ein nachgebildetes Paradies zwischen Wirklichkeit und Fiktion, Natur und Künstlichkeit changiert, erscheinen die Videobilder Greschners zwischen Traum und Halluzination. Der digital erzeugte Ton untermalt zudem eine surrealistische Anmutung, die das visuelle Ereignis intensiviert.

Greschners Thema ist die Verbindung des Individuums mit Architektur, Stadt und / oder Natur. Die technische Bearbeitung ihrer Bilder am Computer führt zu einer veränderten Wahrnehmung der alltäglichen Szenen. Während die Zeit stillzustehen scheint, verlieren die räumlichen und zeitlichen Zusammenhänge an Bedeutung, sodass die Bilder ausschließlich auf die Gegenwart, den Moment gerichtet sind. Narration wird zugunsten eines transzendenten Ereignisses ausgeschlossen, welches uns unsere Umwelt in neuen Zusammenhängen wahrnehmen lässt und den Betrachter in eine andere Dimension versetzt. So lassen die poetischen Bilder Dinge sichtbar werden, die im hektischen Alltag verloren gehen und können deshalb einen Einblick in andere Bewusstseinsebenen gewähren.